Das Böse braucht eine Geschichte!


Es gilt für Autoren, wie auch für Leser:

Ist der Bösewicht um der Bosheit Willen böse, schmeckt die Geschichte wie labbrige Nudeln vom Vortag. Da kann der Held, der Plot und alles andere noch so toll sein, der Schurke macht es madig.

Auch wenn wir wollen, dass der Held im Fokus steht und die Herzen im Sturm erobern, muss es der Gegenspieler sein, der im Gedächtnis bleibt. Er ist es, der den Helden überhaupt antreibt. Weswegen er gezwungen wird loszuziehen. Da hilft ein böse ausgesprochenes: "Ich will der König der Welt werden", nur begrenzt, um die Geschichte legendär zu machen.

Jeder von uns hat ein Ziel. Strebt nach etwas, das Größer ist als man selbst.


Wonach strebt dein (Lieblings-) Bösewicht?


Will der Priester die Welt unterjochen, weil die Krone so schön glitzert und das Bad in Macht und Reichtum so verlockend klingt? Oder weil das Königshaus vor vielen Jahren keinen Heiler in sein Dorf schicken wollte, um etwas gegen die Seuche zu tun, an der seine Familie einer nach der anderen elendig starb, nur er überlebte und beschloss das System neu zu strukturieren?


Will die Königin ihre Stieftochter töten, nur weil sie schöner ist? Oder um zu verhindern, dass die total sture und verliebte Prinzessin den Nachbarprinzen heiratet, der das gesamte magische Nachtvolk auslöschen will (weil er Angst vor den Volksmärchen seiner Oma hatte*)?

*Hier bräuchte man als i-Tüpfelchen noch ne Minigeschichte ;)

(Nein, ich habe die Schneewittchen-Adaption der Stiefmutter noch nicht gelesen. Ist die gut?)



Also, liebe Autoren:

Gebt euch bei den Bösewichten genauso viel mühe beim Ausarbeiten wie bei den Helden.

(Und nein, wir werden vermutlich nie eine 100% perfekte Geschichte schreiben. Das wäre ja auch wieder langweilig.)


Wer sind eure Lieblingsbösewichte?

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